22 . 02 . 2012

 


In Aachen hat das Dritte Welt Forum Aachen e. V. bereits seit 1982 die Zusammenarbeit Aachener entwicklungspolitischer Initiativen auf lokaler Ebene organisiert. 1989 wurde dafür eine eigene ABM-Stelle im Aachener Weltladen unter Leitung von Siegbert Gossen - "Gründervater" des Forums - eingerichtet.

Ziel war es, die organisatorische Zusammenarbeit der Initiativen und Gruppen zu bündeln, deren mittelfristige Aktivitäten zu unterstützen und das politische Gewicht der Solidaritätsgruppen auf lokaler Ebene zu verstärken.

 

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Notwendigkeit der Ausweitung der Koordinationsarbeit auf den Kreis Aachen sowie auf die euregionalen Grenzgebiete und führte zur Einrichtung der entwicklungspolitischen "Koordinationsstelle in der EUREGIO-MAAS-RHEIN" mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, Ursula Hoppe-Epstein und Merete Menze. Träger des Projektes war der Aachener Weltladen in der Jakobstraße 61 - 63.

Im strukturellen Bereich zielte die Koordinationsstelle u. a. auf die Vernetzung von Dritte-Welt-Initiativen, MultiplikatorInnen, euregionalen Partnereinrichtungen und überregionalen Arbeitsebenen, stellte Informations- und Materialdateien sowie Fachwissen zu Dritte-Welt-Themen zur Verfügung und agierte als Interessensvertretung bei anderen öffentlichen Einrichtungen.

Darüber hinaus bestand die Arbeit darin, entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit auf den Ebenen lokal, regional und überregional zu vernetzen:

 

Dies bedeutete lokal u. a. die Erarbeitung von Themenschwerpunkten, Veranstaltungs-/Seminarreihen in Kooperation mit anderen Einrichtungen, Menschenrechtswochen, Filmreihen; in der Euregio die Schaffung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Dritte-Welt-Gruppen (u. a. politisches Kulturfestival von Maastricht, Lüttich und Aachen "Afrika bij ons - Afrika chez nous - Afrika bei uns"; "Frauen verbinden Welten": Netzwerk von Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen in Zusammenarbeit mit dem AK "ausländische Frauen hier" und der "Stichting Euregionaal Migrantenwerk); und überregional Beteiligung durch die Mitarbeit in der Landesarbeitsgemeinschaft Dritte Welt NRW und Anschluss an das Informationsnetz der BUKO (Bundeskoordination Internationalismus) auf Bundesebene.


Die Koordinationsstelle, zunächst im Dritte-Welt-Laden, dann im Büro in der Harscampstraße beheimatet, setzte inhaltliche Akzente ihrer Arbeit zur internationalen politischen Lage: Beispielsweise bildeten die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Eroberung Lateinamerikas und die UN-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro (http://www.agrar.de/agenda/agd21k00.htm) thematische Schwerpunkte.

Mitte der 90er Jahre entstanden so Projekte der grenzüberschreitenden Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Bereich Umwelt und Entwicklung "Global Denken - Euregional Handeln" (1995 - 1996 und 1997 - 1998) und eine Multimedia-Ausstellung zum Thema der Dritten Welt im Dreiländereck (1996)

Unter dem Motto: "Global Denken - Lokal Handeln": Veranstaltungen und Gespräche zur Umsetzung der Beschlüsse von Rio de Janeiro, wurde die Dritte-Welt-Problematik mit der Ebene der Lokalpolitik der Städte verbunden - so auch in Aachen!